Große Solarparks sind umweltfreundlicher als mittelgroße Photovoltaikanlagen.
Die Überprüfung ergab, dass mittelgroße PV-Anlagen einen größeren Verlust an naturnahen Lebensräumen verursachen als große PV-Anlagen, wahrscheinlich weil „Mega-PV-Anlagen“ strengeren Umweltverträglichkeitsprüfungen unterliegen, was zu einer Fragmentierung großer Projekte führen könnte.
Die weiträumige Verteilung kleiner Anlagen ist ebenfalls ein Faktor, der zu hohen kumulativen Umweltauswirkungen führt, die durch unabhängige Bewertungen nicht erkannt würden, was die Notwendigkeit kumulativer und synergistischer Umweltverträglichkeitsprüfungen unterstreicht.
Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden in der Studie „Solar photovoltaic energy development and biodiversity conservation: Current knowledge and research gaps“ vorgestellt, die in Conservation Letters veröffentlicht wurde. Darin analysierten sie 180 wissenschaftliche Artikel, die seit 2010 erschienen sind, einem Zeitraum, in dem das exponentielle Wachstum der PV nicht im gleichen Maße mit einem Anstieg der Forschung zu ihren Auswirkungen auf die Umwelt einherging, obwohl dieses Interessengebiet in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zugenommen hat.
Konkret hat sich die Anzahl der Artikel im Zeitraum 2010-2023 um das 25-Fache erhöht. Die Ergebnisse ermöglichten es, die wichtigsten Auswirkungen von Photovoltaikanlagen auf Ökosysteme und damit verbundene Organismen zu identifizieren und zukünftige Forschungsrichtungen vorzuschlagen, um eine nachhaltige Energiewende zu gewährleisten.
In der Studie wurde festgestellt, dass Asien und Europa zwar die Liste der Regionen mit der höchsten installierten Photovoltaikkapazität anführen, der größte Teil des Wissens jedoch aus nordamerikanischen Studien stammt, insbesondere aus Wüsten, und dass diese Erkenntnisse nicht auf andere Umgebungen, wie beispielsweise Ackerland, übertragen werden können, wo sich der größte Teil der Photovoltaikkapazität weltweit befindet.
Zudem konzentrierten sich die meisten Studien auf den Verlust oder die Veränderung von Lebensräumen, während andere Auswirkungen, wie die Folgen für das Mikroklima oder das Potenzial von Agrovoltaiksystemen, kaum Beachtung fanden. Schließlich wurden 53 % der Studien an einer einzelnen Photovoltaikanlage durchgeführt, und die Bedingungen vor dem Bau wurden nur selten erfasst.
Die Installation von Solaranlagen beeinflusst Umwelt und Biodiversität auf vielfältige Weise. In Trockengebieten wirken sich die Anlagen in den warmen Jahreszeiten direkt auf das Mikroklima aus, indem sie neue Schattenflächen schaffen und die Bodenfeuchtigkeit erhöhen. Sie können auch die chemische und physikalische Zusammensetzung des Substrats verändern, doch ist weitere Forschung nötig, um die Mechanismen dieser Veränderungen zu verstehen.
Andererseits führen Photovoltaikanlagen zu Lebensraumveränderungen und -verlusten auf zwei räumlichen Ebenen. Auf Landschaftsebene stellen sie eine physische Barriere dar, die die Bewegungsfreiheit von Tieren einschränkt und dadurch Verhaltens- und Populationsänderungen auslösen kann. Auf kleinerer Ebene erzeugen die Paneele, wie bereits erwähnt, neue Schatten- und Feuchtigkeitsgrade, die letztendlich die Pflanzengemeinschaft beeinflussen und den Lebensraum anderer Tiergruppen wie Vögel und Arthropoden verändern, was wiederum Auswirkungen auf deren Raumnutzungsmuster hat.
Die Studie berücksichtigte auch die Auswirkungen von Kollisionen mit Photovoltaikanlagen, die bei Wasserorganismen, hauptsächlich Arthropoden, beobachtet wurden und dazu führen können, dass diese aus den Gewässern herausgespült werden und so zu ökologischen Fallen werden – ein Phänomen, das als „Lake-Effekt“ bekannt ist.
Bei der Installation von Photovoltaikanlagen sollte der Vermeidung von Umweltauswirkungen höchste Priorität eingeräumt werden, beginnend mit einer angemessenen Flächennutzungsplanung. Darüber hinaus sind verstärkte Forschungsanstrengungen erforderlich, um die Mechanismen zu verstehen, die die beobachteten Auswirkungen erklären, und um wirksame Minderungsmaßnahmen zu entwickeln.
Die Autoren betonen zudem die Notwendigkeit, die untersuchten Umweltkontexte und Ökosystemkomponenten zu diversifizieren, um Verzerrungen in den verfügbaren Informationen zu vermeiden. Ebenso wichtig sind robuste methodische Designs (bekannt als BACI, Before-After-Control-Impact) und standardisierte Protokolle, die einen Vergleich der gewonnenen Informationen ermöglichen.
Schließlich sind größere Anstrengungen erforderlich, um die kumulativen Umweltauswirkungen zu bewerten und zu verhindern, dass die Installation kleiner, verstreuter Felder größere Auswirkungen hat als große, isolierte Anlagen.
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